Birgit Zahm, Head of Payments Operations, HSBC Deutschland in Düsseldorf

Eine Mentorin kann vieles sein: Sie ist Ratgeberin, Sparringspartnerin und gelegentlich auch fachliche Expertin. „Ein ehrliches ungeschminktes Feedback, das der Mentee auch mal den Spiegel vorhält“, so beschreibt Birgit Zahm ihre Haltung in diesen Tandems. Die Diplom-Wirtschaftsmathematikerin arbeitet bei HSBC Deutschland in Düsseldorf und ist dort Head of Payments Operations, Leiterin der Zahlungsverkehrsabwicklung. Zwei Mentees hat Birgit Zahm bei KIM bislang begleitet und dabei die Erfahrung gemacht, dass das Mentoring nicht nur die jungen Nachwuchskräfte zu neuen Schritten bewegen kann. Auch sie selbst hat im Mentoring ihre berufliche Position verändert.

Viele Jahre hatte Birgit Zahm nach Tätigkeiten als Projektmanagerin bei der WestLB bei der internationalen Geschäftsbank HSBC das Projektmanagement Office geleitet. Zum 1. Januar 2016 wechselte sie in die Leitung des Bereichs Payments Operations und führt jetzt eine Abteilung mit 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Vermutlich wäre ich diesen Schritt nicht gegangen, hätte ich mich in den letzten zwei Jahren nicht so intensiv mit meinen Mentees ausgetauscht“, sagt sie über ihren Karriereweg. „Irgendwann habe ich mich gefragt: Ich kann anderen gute Karriereratschläge geben. Aber was mache ich eigentlich selbst? Die Worte und Gedanken, die ich meinen Mentees mit auf den Weg gab, hallten in mir nach.“ Und sie motivierten sie, eine neue Aufgabe mit mehr Verantwortung anzustreben.

Dass dies gelang, verdankt sie ebenfalls einem Rat, den sie als Mentorin weitergibt gibt und selbst beherzigte: aktiv im eigenen Unternehmen netzwerken. Bei HSBC gibt es seit einiger Zeit einen KIM-Stammtisch, zu dem sich Mentorinnen und aktive wie ehemalige Mentees zum Mittagessen treffen. Hier kam sie unkompliziert mit ihrer Vorgängerin ins Gespräch und fand so die Möglichkeit zum informellen Austausch über die neue Aufgabe.
Für diese empfahl sich Birgit Zahm nicht nur aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation und langjähriger Projekterfahrung. Sie ist ausgebildeter Coach und daher auch auf alle Aufgaben der Team- und Mitarbeiterführung gut vorbereitet. „Es gab sicher Jahre, wo ich wie viele Frauen fleißig vor mich hingearbeitet habe und mich nicht für Karrierechancen interessiert habe“, erinnert sie sich. Dass sie heute in der Führungsrolle angekommen ist, verdanke sie „einer Kombination aus guter Leistung und Zupacken, wenn sich die Gelegenheit bietet“.

„Es ist nie Zufall, wo man ist“, sagt Birgit Zahm über berufliche Rollen und Positionen. „Aber es gibt zufällige Gelegenheiten, die man ergreifen und nutzen muss, wenn man weiterkommen will.“ Dabei sei es gar nicht so wichtig, ob eine von vornherein ein klares Berufs- oder Karriereziel habe. „Sie muss aber, wenn sie weiterkommen will, so gut vernetzt sein, dass sie nicht als Letzte erfährt, wo es eine Stelle gibt. Dann kann sie rechtzeitig zum Sprung ansetzen.“

  • Text: Redaktionsbüro Andrea Blome, Münster

Das Interview mit Birgit Zahm wurde im Januar 2016 geführt. Ihre aktuelle Position: Director und Project Manager im Project Sirius bei HSBC in Düsseldorf.