Gabriele A. Hantschel, Managerin Software Services Smarter Process Integration Digital Experience IBM Systems – Middleware

„Wenn die Mentee mit dem Thema Geld nicht kommt, dann komme ich damit.“ Für Gabriele Hantschel ist das eine ganz entscheidende Fähigkeit junger Führungskräfte: Sich über Gehaltsvorstellungen klar zu werden, das Thema anzusprechen und entsprechende Forderungen im Rahmen der Möglichkeiten zu stellen. Die erfahrene Managerin begleitet immer wieder junge Nachwuchskräfte auf ihren Karrierewegen. Neben dem Gehalt, so ihre Erfahrung aus vielen Jahren, gibt es wiederkehrende Themen: Wie kann ich mich als Managerin positionieren, gegenüber Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und im Kollegenkreis? „Hier gibt es oft eine große Unsicherheit: Wie agiere ich in Konflikten? Wie sorge ich dafür, dass ich gehört und in meiner Kompetenz wahrgenommen werde?“ Unterstützung, so Gabriele Hantschel, wünschten sich die Mentees bei der Karriereplanung und insbesondere bei der Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Zu jedem dieser Themen spricht Gabriele Hantschel aus Erfahrung – der besondere Wert jeder Mentoring-Beziehung. „Ich zeige, wie ich oder andere Kolleginnen es gemacht habe. Davon lässt sich für die Situation der anderen abstrahieren.“ Sie selbst hat nach einem Studium als Wirtschaftsingenieurin zunächst im Consulting bei der Unternehmensberatung KPMG gearbeitet und stieg dort schnell zur Abteilungsleiterin auf. Sie wechselte nach acht Jahren zu einem weltweit agierenden Software- und IT-Unternehmen und von dort als Führungskraft zu Microsoft. Als ihr jetziger Arbeitgeber IBM sie abwarb, war sie mit ihrem ersten Kind schwanger. Sie begann dort im Management und leitet heute einen Software Services-Bereich für Deutschland Nord.
Inzwischen hat Gabriele Hantschel drei Kinder und die Vereinbarkeit, auch aufgrund der Haltung des Arbeitgebers, nie als Problem erlebt. Sie macht jungen Führungskräften Mut, sich nicht zwischen Kindern oder Karriere entscheiden zu müssen, nennt aber auch die Bedingungen: „Prio 1 ist der Partner“, sagt sie. „Prio 2 das Unternehmen.“ Die Rahmenbedingungen seien wichtig und die Fragen: „Was macht der Partner? Wo wohnt man? Wie unterstützt das Unternehmen die Work & Family-Integration? Das Gesamtpaket muss stimmen.“

Gabriele Hantschels Anliegen als KIM-Mentorin ist es, „junge Anwärterinnen beim Weiterkommen zu unterstützen, ihnen bei Fallstricken zu helfen und dabei, sich intern und extern zu orientieren“. Ihre Karriere-Tipps sind entsprechend handfest: „Unternehmensweite Projekte realisieren, um intern sichtbar zu werden. Extern auftreten, um in der Fachbranche wahrgenommen zu werden. Und in Netzwerken aktiv sein und sehr gut auswählen, welche für die jeweilige Person wichtig und gut sind.“

Inzwischen kann sie auch sehr genau beschreiben, wann ein Mentoring aus ihrer Sicht erfolgreich ist: „Wenn eine Karriereentscheidung entsteht und die Mentee diesen Schritt macht – nach oben oder auch quer. Wenn wir kleine Probleme gemeinsam lösen und sie es beim nächsten Mal selbst entscheidet und umsetzt.“

  • Text: Redaktionsbüro Andrea Blome, Münster

Das Interview mit Gabriele Hantschel wurde im Januar 2016 geführt. Ihre aktuelle Position bei IBM ist Managerin Watson Customer Engagement Services (Germany North).